Begleitausstellung 2026 zum Töpfermarkt in Flörsheim
Die mit Spannung erwartete Ausstellung „Struktur“ lockte ungefähr 700 Interessierte in das Flörsheimer Kunstforum Mainturm. Vierzehn Keramikerinnen und Keramiker stellten ihre in Ton verdichteten Gedanken zu diesem Thema aus.
Wenn man „Struktur“ googelt, landet man schnell bei Einträgen wie „Strukturtapete“. Andere links führen weiter: Struktur ist die grundlegende Ordnung, der Grundplan der Struktur ist die Idee. Die Struktur ist die manifestierte Idee, die durch Kreativität erschaffen wird. Sie wird in den unterschiedlichsten Wissenschaften sowie in Musik und Sprache verwendet. Bei uns Keramikern geht es eher um die Oberfläche. Man möchte sie fühlen und berühren und nicht nur visuell, sondern auch haptisch erleben.
„Strukturwandel“, Martin Burberg
Normalerweise ermuntern wir unsere Kunden die Keramik hochzuheben und anzufassen. Deshalb ist es bedauerlich, dass das in dieser Ausstellung aus versicherungstechnischen Gründen nicht möglich war. Mit einer Ausnahme: Martin Burberg stellte keramische Fragmente aus 7000 Jahren Kulturgeschichte aus, eingebettet in einer an eine Ausgrabung erinnernde Sandschicht in einem goldenen Rahmen. Diese aus Ton geformten Fragmente sind entstanden, seit der Mensch sesshaft ist und Keramik herstellt.
Die äußere Struktur der keramischen Beispiele hat sich von verschiedenen steinzeitlichen Kulturen über bronze- und eisenzeitliche Keramik und mittelalterliche Irdenware weiterentwickelt und mündete schließlich im Steingut, Steinzeug und Porzellan. „An der äußeren Struktur mit ihren Verzierungen und dem Dekor kann die zeitliche Einordnung der Scherben und die Herkunft abgelesen werden“, so Burberg. Er ermunterte die Besucher der Vernissage, sich zwei der 32 Fragmente herauszusuchen und deren Plätze zu tauschen. Dadurch änderte sich die Anordnung - die Struktur - im Laufe des Abends. „So wird der Strukturwandel ersichtlich. Wir alle sind Teil des Prozesses.“
Von der Jury wurden drei Preise vergeben: den dritten mit 300 € dotierten Platz belegte Eike Godmann mit ihren Handtaschenobjekten.
Allen drei Preisträgerinnen herzlichen Glückwunsch!
Und ein herzliches Dankeschön an alle Mitglieder, die sich zum Teil seit vielen Jahren und Jahrzehnten an unseren Ausstellungen beteiligen.
Die Preise wurden gestiftet von der Stadt Flörsheim. Die Ausstellung wurde gefördert von der Nassauischen Sparkasse NASPA.




