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Die Ausstellung mit dem Thema "Offen" in der Alten Kirchschule, die begleitend zum diesjährigen Töpfermarkt in Flörsheim stattfand, erregte großes Interesse. War die Vernisssage am 18. 9. bereits sehr gut besucht, wollten über 1800 Menschen am Samstag und Sonntag wissen, wie die zwölf beteiligten KeramikerInnen dieses weit gefaßte Thema umgesetzt haben.

Erwartungsgemäß gab es einige „offene“ und sehr besondere Schalen.

Ursula Dohrmann beispielsweise schuf eine Porzellanschale mit einem mit Gold ausgelegtem Riss und zitierte aus einem Gedicht von Leonard Cohen: „There´s a crack in everythig, that`s where the light comes in…"

Bei der Goldwaschschüssel "Goldrausch" von Martin Burberg ist das Ergebnis offen: Hat man an der richtigen Stelle geschürft? Bei der richtigen Waschtechnik setzen sich die schweren Goldteilchen in den Rillen der Schüssel ab. Laut Burberg liegen im Einzugsgebiet des nordhessischen Flusses Eder ca. 300 Tonnen Gold, allerdings fein verteilt.
Aber auch andere "offene" Gefäße wurden ausgestellt, wie z.B. die aufgebrochenen Vasenobjekte von Gabriela Hein. Katharina Petersilge zeigte drei Dosen mit Ascheglasuren, die beim Öffnen ihre innere Schönheit zeigen.
Ulla Bremer schuf ein Windlicht mit durchbrochener, also geöffneter Wandung.

Der diesjährige mit 500 € dotierte Flörsheimer Keramikpreis ging an Stina Tummel für ihre Skulptur "offenes Ohr", die die derzeitige politische Diskussion wider spiegelt. "Man muss allen Seiten zuhören“, erklärte sie bei der Ausstellungseröffnung.

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